Auto verkaufen

Tipps und Infos

Wer sein Auto verkaufen möchte, der sollte immer daran denken, dass es dabei einige wichtige Punkte zu bedenken gibt. Die erste Frage, die man sich dabei stellen muss: Für wie viel möchte (oder kann) ich mein Auto verkaufen, und wo biete ich mein Fahrzeug am besten an, um den größtmöglichen Verkaufspreis zu erzielen. 
Doch auch die Frage der Verkaufsformalitäten, zum Beispiel der Abschluss eines schriftlichen Kaufvertrages sind sehr wichtig, um den Verkauf auf eine rechtlich standfeste Grundlage zu stellen. Hier haben wir dir die wichtigsten Punkte zum Thema „Auto verkaufen“ zusammenstellt.

Beim Autoverkauf solltest du einige Dinge beachten.
Beim Autoverkauf solltest du einige Dinge beachten.

Wo biete ich mein Auto am besten an?

Hier hast du nicht ganz so viel Platz für Infos zum Auto oder Bilder. Dennoch erreichst du damit viele Interessenten. Schreibe hinter den Preis immer die drei magischen Buchstaben: VHB. Das heißt Verhandlungsbasis, und zeigt, dass du durchaus gewillt bist, mit dir reden zu lassen. Deshalb kannst du den Preis im Vorfeld ruhig etwas höher ansetzen. Weiter solltest du dir überlegen, welche Kontaktdaten du angeben möchtest. Wichtig ist: Nur die Nummer eines Telefons verwenden, dass du auch ausstellen kannst, wenn zu viele Anrufe kommen (was durchaus passieren und sehr nervend sein kann). Eine Adresse sollte nicht angegeben sein und auch nicht der volle Name. Bei der angegebenen Adresse besteht immer die Gefahr, Betrügern auf den Leim zu gehen, die dann plötzlich vor der Tür stehen und sich nicht mehr abwimmeln lassen. 

Die zweite Möglichkeit ist, eine Verkaufsanzeige im Internet aufzugeben. Hierbei gelten die gleichen Punkte wie bei den gedruckten Anzeigen in einer Zeitung oder Zeitschrift. Zu den beiden größten Gebrauchtwagenplattformen zählen mobile.de und Autoscout24. Aber auch auf Ebay Kleinanzeigen kannst du dein Fahrzeug inserieren. Vorteil der Online-Plattformen ist, dass du viel Platz für Infos zum Fahrzeug hast und zahlreiche Bilder einbauen kannst. Außerdem erzielst du online die maximale Reichweite mit deinem Inserat. Wichtig ist bei den Fotos eines: Decke aus Sicherheitsgründen das Nummernschild ab oder retuschiere es raus.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, dein Auto über das Internet zu verkaufen, die aber nicht ganz so bekannt ist. Du kannst das Fahrzeug bei einem Auktionshaus einstellen. Auch hierbei gelten selbstverständlich die wichtigen Punkte, die bei den gedruckten und im Internet eingestellten Verkaufsanzeigen zu beachten sind. Doch beim Preis stellt sich bei einer Internetauktion die Frage: Zu welchem Mindestgebot stelle ich das Fahrzeug ein? Gehe ich auf volles Risiko und biete den Wagen ab einem Euro an, mit der Gefahr, den Wagen weit unter Wert zu verkaufen? Oder will ich einen Mindestverkaufspreis festlegen, auf den dann geboten werden kann? Wichtig ist bei dem Einstellen eines Fahrzeugs bei einer Onlineauktion auch: Möglichst mehrere Fotos des Fahrzeugs machen, von allen Seiten und möglichst auch von unten.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du dein Fahrzeug an einen Händler verkaufst, der entweder gebrauchte Fahrzeuge kauft oder sie auf Kommission auf seinen Hof stellt. Ersteres ist gut geeignet, wenn du dein Auto schnell zu Geld machen möchtest. Hier musst du aber auch damit rechnen, dass dein Erlös wahrscheinlich etwas geringer ausfallen wird, weil der Händler beim Verkauf natürlich auch noch an dem Auto verdienen möchte.

Die Variante, Verkauf auf Kommission, ist immer ein zweischneidiges Schwert. Manche Gebrauchtwagenhändler engagieren sich dann auch tatsächlich, dass das Fahrzeug bald verkauft wird. Andere sind lediglich an der Platzmiete interessiert, die sie für das Fahrzeug erhalten und je länger es dann auf ihrem Hof steht, desto mehr Geld bekommen sie von dir.

Eine dritte Möglichkeit ist, dass du dein Auto bei einem Händler in Zahlung gibst. Das bedeutet, der Händler schreibt dir den Wert deines Autos als Rabatt für ein bei ihm gekauftes Auto gut. Hier lassen sich oft für beide Seiten gute Deals machen. Der Händler profitiert durch den Fahrzeugverkauf und du profitierst von dem Preisnachlass und sparst dir die Zeit, die du sonst in den Verkauf des Autos investieren müsstest. Falls du also dein altes Fahrzeug gegen ein neueres Fahrzeug ersetzen möchtest in dies ein sehr praktischer Weg.

Auch wenn das Internet dieser Verkaufsform deutlich Konkurrenz gemacht hat, finden an vielen Orten noch regelmäßig Gebrauchtwagenmärkte statt. Hier können Privatpersonen und Händler z.B. auf großen Parkplätzen ihre Autos zum Verkauf anbieten. Hier zahlst du für dein Auto eine Standgebühr und kannst dann vor Ort mit vielen potenziellen Käufern in Kontakt kommen. Mach dich jedoch auf intensive Preisverhandlungen gefasst. Hier wird ähnlich gefeilscht wie auf Flohmärkten. Das ist nicht jedermanns Sache. Ist das nicht so dein Ding, fährst du mit dem Online-Inserat auf einer Gebrauchtwagenbörse wahrscheinlich besser.

Die optimale Verkaufs-Anzeige

Die wichtigste Regel hier lautet: Je besser und ehrlicher du dein Fahrzeug beschreibst, desto größer ist die Chance, es schnell und unkompliziert zu verkaufen. Wenn der potenzielle Käufer alle Fakten auf dem Tisch hat, kann er bereits im Vorfeld abwägen, ob das Auto für ihn in Frage kommt und nur in diesem Fall Kontakt aufnehmen. Ist das Inserat unvollständig, wird der mögliche Käufer es erst vor Ort herausfinden. Deine und seine Zeit ist dann futsch.


Daher solltest du in deiner Anzeige folgende Infos angeben:

  • Fahrzeugmodell
  • Kilometerstand
  • Motorart (Benziner, Diesel)
  • Motorleistung
  • Datum der Erstzulassung
  • Zahl der bisherigen Fahrzeughalter
  • Unfallwagen ja/nein
  • Restgültigkeit der HU-Plakette
  • Farbe der Umweltplakette
  • Zustand Mechanik
  • Zustand Elektronik
  • Sonderausstattung
  • Autoradio, CD-Player etc.
  • Klimaanlage und / oder Sitzheizung?
  • Garagenfahrzeug
  • Tuning-Umbauten?
  • Getätigte Reparaturen
  • Deinen angestrebten Preis


Das sollte nicht in die Annonce:

  • Ausgeschriebene Adresse
  • Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Voller Name

 

Vorsicht auch bei der Telefonnummer:

Es kann sein, dass das Telefon nach dem Inserieren nicht mehr ruhig bleibt. Überlege dir, ob du das möchtest oder ob du eventuell ein Zweithandy nutzen kannst.

10 Tipps zum besseren Verhandeln

Hast du einen Termin mit einem potenziellen Interessenten vereinbart, haben wir dir hier eine Checkliste mit den wichtigen Punkten für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch zusammengestellt:
 

  1. Alter des Fahrzeugs und Zahl der Vorbesitzer ehrlich nennen.
  2. Nicht verschweigen, wenn es sich um einen Unfallwagen handelt. Sollte nämlich nach dem erfolgten Verkauf und der Fahrzeugübergabe festgestellt werden, dass das Auto ein Unfallfahrzeug ist, kann der Käufer arglistige Täuschung geltend machen und der Verkauf des Wagens müsste rückabgewickelt werden.
  3. Wann möchte man das Fahrzeug abgeben?
  4. Wurde vor dem Verkauf ein Fahrzeugcheck durchgeführt, selbst gemacht oder in einer Werkstatt?
  5. Bescheid geben, wenn der Lack oder bestimmte Teile nicht mehr original sind.
  6. Unterste Schmerzgrenze beim Preis überlegen.
  7. Sonderausstattungen nochmals deutlich betonen, auch um den Verkaufspreis noch besser zu rechtfertigen.
  8. Wie möchtest du den Kaufpreis haben, in bar oder auf das Girokonto? Dann daran denken, den potentiellen Verkäufer daran zu erinnern, dass die Übergabe des Fahrzeugbriefs erst nach Eingang des Geldes erfolgt.
  9. Und wichtig: Immer auf einen schriftlichen Vertrag pochen! Wenn der Interessent dies nicht möchte, Finger weg von diesem Geschäft, da dies garantiert KEINE seriöse Sache ist! Die Übergabe des Fahrzeugs sollte auf jeden Fall erst nach beidseitiger Unterzeichnung des Kaufvertrages erfolgen, die Übergabe des Kraftfahrzeugbriefs erst nach Geldeingang. Dies muss dem Interessenten unbedingt klar gemacht werden.
  10. Treffen auf Nummer sicher: Keine Treffen für die Fahrzeugbesichtigung am Abend ohne Tageslicht und nicht in Gegenden, die unbewohnt sind und keinen Passanten-Fluss haben. Hier ist immer die Gefahr gegeben, dass man Betrügern in die Falle geht, die einem das Auto mit oder ohne Waffengewalt abnehmen.

Fahrzeugwert ganz einfach ermitteln

Auf der Webseite der DAT kannst du mit wenigen Klicks einen Orientierungswert für deinen Gebrauchtwagen bis zu einem Alter von 12 Jahren erhalten. Hierzu musst du deine Postleitzahl, die Erstzulassung und Laufleistung und Angaben zu deinem Modell machen. Anschließend wird dir der aktuelle Händler-Einkaufswert angezeigt. Hierbei handelt es sich um einen groben Anhaltspunkt. Je nachdem, wie viel Sonderausstattung dein Auto hat oder ob es größere Vorschäden hat, kann der Preis nach oben oder unten schwanken.  

Qualität schlägt Preis lautet die Devise beim Führerschein.

Nicht in die Falle locken lassen

Grundsätzlich gilt: Immer wenn etwas von Wert den Besitzer wechselt, besteht das Risiko, an die falschen Personen zu geraten. Im schlimmsten Fall stehst du am Ende ohne Fahrzeug und ohne Geld da. Deshalb ist immer äußerste Vorsicht geboten beim Verkauf eines Autos. Immer wenn du ein komisches Gefühl hast, lass lieber die Finger von diesem Interessenten. Warte besser ein bisschen länger auf einen Käufer, statt einem Betrüger ins Netz zu gehen. Mit diesen Vorkehrungen kannst du dich vor Betrug schützen:

Möchte sich der Interessent an einem sehr abgelegenen Ort ohne Durchgangsverkehr, z.B. am Wochenende in einem Industriegebiet, treffen, solltest du sofort ablehnen. Schlage stattdessen einen belebten Ort mit ausreichend „Publikumsverkehr“ vor. Hier hast du viele potenzielle Zeugen, falls doch etwas sein sollte.

Nehme am besten immer einen Freund oder ein Familienmitglied mit. Das gibt Sicherheit. Kommuniziere das dem Interessenten auch bereits im Vorfeld, um mögliche Betrüger abzuschrecken. Und im schlimmsten Fall kann deine Begleitung dann zumindest als Zeuge dienen.

Drängt der vermeintliche Käufer, dass es nicht anders geht, weise ihn darauf hin, dass er nur bei Tageslicht einen guten Eindruck vom Auto bekäme.

Überreiche den Fahrzeugbrief keinesfalls VOR dem Erhalt des Geldes und VOR der Unterschrift des Käufers unter den Kaufvertrag. Wenn der Interessent unbedingt Einsicht haben möchte in den Fahrzeugbrief, dann kannst du ihm eine Kopie davon zeigen. Gebe den Fahrzeugbrief erst ganz am Schluss, wenn der Kauf ordnungsgemäß zustande gekommen ist, aus der Hand.

Schließe immer einen schriftlichen Kaufvertrag ab. Interessenten, die einen schriftlichen Kaufvertrag ablehnen, sind auf jeden Fall unseriös. Einen Mustervertrag findest du hier zum Download.

Dokumente für die Fahrzeugübergabe

Neben deinem Auto und dem Kaufvertrag solltest du zur Fahrzeugübergabe folgende Dokumente mitbringen:

  • Zulassungsbescheinigung I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung II (Fahrzeugbrief)
  • Fahrzeugschlüssel, falls vorhanden auch Anlernschlüssel
  • Inspektionsheft von der Werkstatt
  • Kaufbelege für Reparaturen und zusätzlich eingebaute Teile
  • ggf. CoC-Bescheinigung bei Einfuhrfahrzeugen aus einem EU-Land
  • Abmeldung von der Versicherung: Diese muss von beiden Vertragspartnern, Käufer und Verkäufer, unterschrieben werden.
  • Veräußerungsanzeige, das heißt, der Nachweis für die Zulassungsbehörde, dass das Fahrzeug einem nicht mehr gehört. Diese muss ebenso wie die Abmeldung von der Kfz-Versicherung von beiden Vertragspartnern unterschrieben werden.
Fahrschulzeichen auf Autodach

Finde deine Fahrschule

Bevor es jedoch an die Suche nach dem ersten eigenen Auto geht, kannst du dich hier erst einmal auf die Suche nach der perfekten Fahrschule begeben, die dich fit für den Straßenverkehr macht.