Was bedeutet ein Führerscheinentzug lebenslang?

Normalerweise ist auch ein Führerscheinentzug nur eine befristete Angelegenheit. Von Rechts wegen kann sie zwischen sechs Monaten und fünf Jahren liegen. Ist sie in besonders schweren Fällen allerdings noch an Auflagen wie die medizinisch-psychologische Untersuchung geknüpft, kann aus der Befristung auch eine lebenslange Sperre werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht dazu geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen. Das Oberlandesgericht hatte hierzu erst kürzlich ein Urteil bestätigt, in dem ein an Diabetes erkrankter Fahrer gegen den Führerscheinentzug geklagt hatte. Diese Strafe war angeordnet worden, weil er während der Fahrt Ohnmachtsanfälle bekam und so mehrfach einen Unfall verursacht hatte. Allerdings gab es in diesem Fall auch einen Lichtblick. Wer sich zu seiner Krankheit beraten und sie behandeln lässt, der kann den lebenslangen Führerscheinentzug auch wieder aufheben lassen.

Typische Beispiele für einen lebenslangen Führerscheinentzug sind zum Beispiel regelmäßige Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss, Fahren trotz Fahrverbot, regelmäßige Nötigung anderer Verkehrsteilnehmer durch Drängeln oder aggressives Verhalten im Straßenverkehr. Allerdings ist es bei allen diesen Fällen möglich, den Führerschein zurück zu erhalten, wenn das Problem nachweislich beseitigt wurde. Wirklich endgültig ist also auch ein Führerscheinentzug für den Rest des Lebens nicht. Aber auch ohne die direkte Anordnung kann ein Führerscheinentzug lebenslänglich wirken. Ist zum Beispiel eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet worden, muss diese auch bestanden werden. Selbst wenn die Sperrzeit bereits abgelaufen ist, darf der Führerschein erst neu erteilt werden, wenn auch die MPU positiv ausgefallen ist. Daher kann es auch nach der Sperrzeit noch Monate, Jahre oder sogar das ganze Leben dauern, ehe man wirklich wieder mit dem Auto fahren darf.

Auch wenn ein Führerscheinentzug immer eine empfindliche Sache ist, muss das lebenslängliche daran nicht gleich überdramatisch sein. In der Regel hat man als Autofahrer immer eine Möglichkeit, durch das Erfüllen gewisser Auflagen die Sperrzeit zu verkürzen. Lassen Sie sich hierzu am besten von unserem Partner-Anwalt beraten.








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