Der Sportbootführerschein – unterwegs zu Wasser

Wassersport ist auch in Deutschland eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung. Wenn das Wetter schön ist, zieht es viele mit dem Boot hinaus auf Seen, Flüsse und das Meer. Wer auf öffentlichen Gewässern ein Boot steuern möchte, der benötigt dafür allerdings einen Sportbootführerschein. Ob das Boot einen Motor hat oder mit Segeln gefahren wird, ist dabei übrigens völlig unerheblich. Unterschieden wird nicht nur zwischen der Motorisierung des Boots, sondern auch zwischen Binnen- und Seefahrt.

Dazu braucht man den Sportbootführerschein

Mit dem Sportbootführerschein darf man alle Boote fahren, die eine Lüa (Länge über Alles, also die Gesamtlänge des Bootes) von bis zu 14,99 Metern haben. Auch kleine Boote dürfen dementsprechend nur mit dem entsprechenden Führerschein gesteuert werden, ausgenommen sind seit 2012 lediglich Segelsurfbretter. Allerdings werden diese Führerscheine nur entweder für Motorboote oder Segelboote, für Binnengewässer oder das offene Meer ausgestellt. Wer flexibel sein und alle Arten von Booten auf allen Gewässern fahren möchte, der muss insgesamt also vier verschiedene Sportbootführerscheine machen.

Eine Ausnahme stellen motorlose Segelboote dar. Hier ist es Sache der Länder, ob sie einen Sportbootsführerschein vorschreiben. Im Zweifelsfall sollte man sich daher bei der Stadtverwaltung erkundigen, in der das Gewässer liegt, das man befahren möchte.

So bekommt man einen Sportbootführerschein

Sportbootführerscheine können bei Nautikschulen gemacht werden und werden dann von der jeweiligen Stadtverwaltung ausgestellt. Um ein Sportboot fahren zu dürfen, muss man mindestens 14 Jahre (Segelboote) oder 16 Jahre (Motorboote) alt sein. Ein ärztliches Zeugnis, bei dem Hör- und Sehvermögen sowie die körperliche und geistige Eignung festgestellt werden, muss ebenso vorgelegt werden wie ein Lichtbild und bei Minderjährigen die Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten. Teilweise wird auch ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt.

Die Prüfung zum Sportbootführerschein besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. In der Theorie werden allgemeine Fragen zum Schifffahrtsrecht, aber auch zur Wetterkunde sowie spezifische Fragen zu Segel- oder Motorbooten gestellt. In der Praxis geht es dann um Manöver und Knotenkunde. Prüflinge, die bereits einen Sportbootführerschein haben, können die praktische Prüfung für einen weiteren Bootsführerschein unter gewissen Voraussetzungen auch aussetzen. Beide Prüfungen dürfen maximal 12 Monate auseinander liegen. Fällt man durch, gibt es keine Nachprüfung. Stattdessen muss die Prüfung komplett wiederholt werden.

Sportbootführerscheine vom DSV

Der DSV (Deutscher Segelsportverband) und der DMYV (Deutscher Motoryachtverband) geben zusätzlich zum offiziellen Sportbootführerschein noch eigene Führerscheine heraus. Diese Führerscheine sind verbandsintern und ersetzen den behördlichen Sportbootführerschein daher nicht. Zu den verbandsinternen Scheinen gehört der DSV-Jüngstensegelschein für Jugendliche ab 14 Jahren. Er darf nur erworben werden, wenn man das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze hat. Der DSV-Sportsegelschein ist Voraussetzung, wenn man an einer Regatta teilnehmen möchte. Der letzte Führerschein ist das DMYV-Sportbootzertifikat. Es bescheinigt, dass man an einem Einweisungslehrgang für Motorboote bis 15 PS teilgenommen hat.

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