Begleitetes Fahren - Voraussetzungen & Gültigkeit

Die gesetzliche Grundlage

Dem Begleitenden Fahren und dem Führerschein mit 17 ging eine lange Diskussion hinaus, bei der es viele Befürworter, aber mindestens auch genau so viele Gegner dieses Führerschein-Modells gab. Gerade die hohen Unfallzahlen der Fahranfänger bereiteten vielen Experten Kopfschmerzen - weshalb sich das Begleitende Fahren erst nach und nach in den einzelnen Bundesländern durchsetzte. Dies bedeutete zugleich jedoch auch: Man durfte mit dem Führerschein mit 17 nicht die Grenze zu einem Bundesland überqueren, in welchem das Begleitende Fahren noch nicht erlaubt war. Inzwischen ist der Führerschein mit 17 jedoch in jedem deutschen Bundesland erlaubt. Dennoch gilt zu beachten, dass man nicht aus Versehen die Ländergrenze von Deutschland überquert. Zwar gibt es aufgrund des Schengener Abkommens keine Grenzkontrollen mehr in der Europäischen Union und auch nicht mehr zwischen Deutschland und der Schweiz, jedoch ist nur in Deutschland der Führerschein mit 17 erlaubt. Dies bedeutet: Überquert man fahrenderweise die Grenze in ein anderes Land, macht man sich dort bereits ab dem ersten Meter strafbar. Und das kann dann sehr teuer werden.

Es gilt also: In Deutschland ist das Begleitende Fahren mit dem Führerschein mit 17 bereits gängige und vor allem erlaubte Praxis, in anderen Ländern gilt diese Art der Sonderregelung für unter 18 jährige nicht.

Die rechtlichen Bedingungen für die Teilnahme am Führerschein mit 17, dem Begleitenden Fahren:


Das Mindestalter beträgt 17 Jahre. Mit 16 ½ Jahren kann eine Anmeldung bei der Fahrschule und der Beginn der Führerscheinausbildung erfolgen.

Es ist die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten erforderlich, zum einen zum eigentlichen Führerschein mit 17, zum anderen zu jeder Begleitperson. Einer Zustimmung zur Begleitperson bedarf es natürlich nicht, wenn dies ein Erziehungsberechtigter des Führerscheinkandidaten ist.

Es muss eine schriftliche Bestätigung der Begleitpersonen erfolgen, dass sie über das Begleitende Fahren, ihre Aufgaben und ihre Pflichten dabei informiert sind.

Wird die Praktische Führerscheinprüfung bestanden, hat der Fahranfänger eine zweijährige Probezeit zu durchlaufen, die natürlich auch dann weiterläuft, wenn die Prüfungsbescheinigung für das Begleitende Fahren ausgetauscht wird durch den „richtigen“ Führerschein der Klasse B, sobald der Fahrer das 18. Lebensjahr vollendet hat. Sobald der Fahranfänger die Prüfungsbescheinigung erhalten hat, in welche die Begleitperson/en einzutragen sind, kann es losgehen, mit dem jedoch bis zum 18. Geburtstag stets nur begleitenden Fahren.

Beim Fahren mit dem Führerschein mit 17 ist jeweils der Fahrer der Verantwortliche, in Gefahren- und Unfallsituationen kann er sich nicht hinter der Begleitperson verstecken.

Beim Fahren sind immer die Prüfungsbescheinigung sowie der Personalausweis (auch der Ausweis der Begleitperson ist wichtig!) dabei zu haben.

Nur mit zugelassenen Begleitpersonen darf gefahren werden, alles andere bedeutet einen Verstoß gegen geltendes Recht und bedeutet zugleich den Entzug der Prüfungsbescheinigung, eine Strafe von 150 Euro sowie vier Punkte beim Verkehrszentralregister (VZR) in Flensburg.

Drei Monate nach Erreichen des vollendeten 18. Lebensjahr wird die Prüfungsbescheinigung für den Führerschein mit 17 ungültig, diese muss dann gegen einen – rechtzeitig zu beantragenden – normalen Führerschein der Klasse B ausgetauscht werden.






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