Der Eisenbahnführerschein – unterwegs im Zug

Gibt es etwas Spannenderes, als einmal selbst am Steuer einer Lok zu stehen und einen ganzen Zug zu fahren? Wer sich dem Traum vom Eisenbahnfahren verwirklichen möchte, der muss dazu aber einen Eisenbahnführerschein machen. Es gibt ihn in verschiedenen Klassen, die zum Fahren von bestimmten Zügen auf bestimmten Strecken berechtigen. Offiziell heißt der Eisenbahnführerschein übrigens Triebwagenführerschein. Er wird vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ausgehändigt, wenn man die Ausbildung erfolgreich absolviert hat.

Die Voraussetzungen für den Eisenbahnführerschein

Um einen Triebwagenführerschein machen zu können, muss der Fahrschüler bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören zum Beispiel ein Mindestalter von 21 Jahren sowie ein grundlegendes, technisches Verständnis. Deutsch muss in Wort und Schrift beherrscht werden, außerdem sollte man bereit sein, später bundesweit zu arbeiten. Aus medizinischer Sicht muss außerdem ein Attest vorgelegt werden, das die psychologische Eignung zum Lokführer bescheinigt.

Hat man alle Anforderungen erfüllt, kann man mit der Ausbildung zum Eisenbahnfahrer beginnen. Sie dauert in der Regel etwa zehn Monate und wird entweder für Rangierfahrten (Klasse A) oder Zugfahrten (Klasse B) absolviert. Klasse B kann dabei auf Wunsch noch einmal auf Personen- oder Güterverkehr beschränkt sein, was die Kosten und die Ausbildungsdauer verringert.

So läuft die Ausbildung zum Eisenbahnführerschein ab

Um den Eisenbahnführerschein zu machen, nimmt man in der Ausbildung an einem theoretischen und einem praktischen Teil teil. Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem die Grundlagen des Eisenbahnbetriebs, Aufgaben des Bremsprobeberechtigten, beim Güterverkehr Wagenprüfer, das konkrete Zulassungsmodul zum Eisenbahnfahrzeugführer sowie bei Klasse A die Ausbildung zum Rangierbegleiter. Damit man zur Prüfung zugelassen wird, müssen mindestens 35 volle Schichten „Fahren unter Überwachung“ absolviert werden.

Wird die Prüfung bestanden, erhält man vom Eisenbahn-Bundesamt den Eisenbahnführerschein. Mit ihm darf man je nach Art des Führerscheins nur Rangierdienst fahren (Klasse 1), nur auf bestimmten Streckennetzen wie der S-Bahn oder privaten Strecken fahren (Klasse 2) oder auch Züge im Streckennetz der Deutschen Bahn AG und anderen öffentlichen Strecken steuern (Klasse 3). Jede Führerscheinklasse ermächtigt auch zum Fahren in den niedrigeren Klassen.