Es ist erstaunlich, wie dünn die Jugend von heute im Winter angezogen ist.
Ungeeigneter wie eine Baumwoll-Jeans kann im Winter gar kein Kleidungsstück sein. Mädchen ist’s scheint’s überhaupt nicht kalt. Einen üppigen Ausschnitt sieht man als Mann natürlich gerne – aber eigentlich friert’s mich schon beim Hinsehen.
Auch die üblichen Tennisschuhe mögen ja Kult sein, aber warm sind sie meist wohl nicht.
Hintergrund für diese Leicht-Klamotten ist wahrscheinlich, dass das Leben hier bei uns überwiegend in geheizten Räumen stattfindet. Und woran es jungen Leuten speziell gebricht, ist Fantasie.
Die Vorstellung zum Beispiel, dass die Fahrschul-Autobahnfahrt aufgrund einer Massenkarambolage irgendwo weiter vorne wegen plötzlichem Eisregen tagesfüllend werden könnte. Die Fahrschulen, die nach 5 Stunden bei Minus 10 immer noch den Motor laufen lassen können, weil sie einen Reservekannister Sprit mitführen, sind vermutlich auch sehr selten.
Man könnte auch plötzlich im Freien stehen, weil das Schulauto trotz gutem Fahrlehrer in einen Graben gerutscht ist – oder schlicht irgendwas am Motor kaputt geht. (Merke: Pannen passieren immer bei strömendem Regen oder Schneesturm, vorzugsweise bei Nacht und ganz weit weg von der nächsten Ortschaft oder Werkstatt).
Also: der gute Fahrschüler ist für Unvorhergesehenes vorbereitet. Er hat für’s Autofahren geeignetes Schuhwerk an den Füßen, das im Notfall auch schneegängig ist. Er hat eine warme Jacke und Mütze dabei, ebenso Handschuhe.
Ganz wichtig im Winter ist die Sonnenbrille: Die Sonne steht im Winter bekannterweise ganz flach überm Horizont und wenn man dann bei nasser Straße – oder noch schlimmer bei weißer Schneefahrbahn – gegen das Licht fahren muss, ist man nach kürzester Zeit blind. Da hilft auch die Sonnenblende kaum. Hier haben besonders die Fahrschüler oft ein Defizit, die erstmals in der Fahrschule eine Brille tragen müssen. Diese Brille haben sie schon dabei. Aber `ne optische Sonnenbrille? Fehlanzeige.
Und für längere Überland- und Autobahnfahrten empfiehlt sich auch, Verpflegung mitzuführen. Nein, nicht den Doppelwopper vom Burger-King, sondern eine Flasche Wasser – denn der Mensch kann Wochen ohne Nahrung überleben – ohne Wasser wird’s schon nach Stunden unangenehm.
Manfred, FL.